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«Erinnern der eigenen früheren Inkarnation und Hineinschauen in ein ihr wesensverbundenes Schicksal – das sind zwei korrelative Dinge, die in engster Korrelation stehen
... zwei Seiten derselben Medaille, die in strenger Korrelation stehen: Inkarnationserinnerung und Schicksalsahnung. Das sind die Konsequenzen der Goetheschen anschauenden Urteilskraft. Das sind
die Begriffe, derer wir bedürfen, wenn wir die West-Ost-Spaltung überwinden wollen. Denn der Begriff des Hineinahnens in das eigene Schicksal, das Erleben dieser Idee, das ist ja dasjenige, ... wessen
der westliche Materialismus bedarf, dieses Erkenntniserlebnis, dass sich der Mensch im Eintauchen in die äußere Welt, im Willensgriff in die äußere Welt als Geisteswesen nicht zu verlieren braucht ... Das andere,
wessen der Osten bedarf, ist die platonische Seite der Goetheschen anschauenden Urteilskraft, dass der Mensch im Hineingehen in die geistige Welt nicht seine Individualität auslöscht, sondern im Gegenteil
seine Individualisierung als den Sinn der geistigen Welt ergreifen, erschauen lernt ...»
... zwei Seiten derselben Medaille, die in strenger Korrelation stehen: Inkarnationserinnerung und Schicksalsahnung. Das sind die Konsequenzen der Goetheschen anschauenden Urteilskraft. Das sind
die Begriffe, derer wir bedürfen, wenn wir die West-Ost-Spaltung überwinden wollen. Denn der Begriff des Hineinahnens in das eigene Schicksal, das Erleben dieser Idee, das ist ja dasjenige, ... wessen
der westliche Materialismus bedarf, dieses Erkenntniserlebnis, dass sich der Mensch im Eintauchen in die äußere Welt, im Willensgriff in die äußere Welt als Geisteswesen nicht zu verlieren braucht ... Das andere,
wessen der Osten bedarf, ist die platonische Seite der Goetheschen anschauenden Urteilskraft, dass der Mensch im Hineingehen in die geistige Welt nicht seine Individualität auslöscht, sondern im Gegenteil
seine Individualisierung als den Sinn der geistigen Welt ergreifen, erschauen lernt ...»
Neuerscheinung 2016
52 Seiten, kt.
€ 7.–
ISBN 978-3-85704-201-0
Gideon Spicker Verlag
52 Seiten, kt.
€ 7.–
ISBN 978-3-85704-201-0
Gideon Spicker Verlag

Herbert Witzenmann (1905 – 1988) wurde am 16. Februar 1905 als Sohn des Fabrikanten Emil Witzenmann in Pforzheim geboren. Der Großvater hatte durch die Erfindung des Metallschlauches einen neuen Industriezweig begründet. Noch während des Schulbesuchs begann er in Stuttgart an der Musikhochschule ein Studium im Fach Klavier bei Max von Pauer. Eine Sehnenschwäche verhinderte dann den Pianistenberuf. Nach persönlicher Bekanntschaft mit Rudolf Steiner studierte er Literatur-, Musik- und Kunstwissenschaft, Philosophie und Maschinenbau. Mit seiner späteren Frau Maria Wozak veröffentlichte er 1930 erste Gedichte in Otto Heuscheles „Junge deutscher Lyrik“. Der Dichtung blieb Witzenmann weiter verbunden. Sein Versuch sich mit einer Schrift über „der Philosophie der Arbeit bei Hegel und Nietzsche“ bei Karl Jaspers zu promovieren scheiterte an dessen ablehnender Haltung gegenüber Rudolf Steiner. Witzenmann hatte dessen Idee der Freiheit als Vermittlung der in beiden Denkern anzutreffenden Einseitigkeiten deutlich machen wollen. Mit 32 Jahren trat Witzenmann in die Metallschlauchfabrik ein. Seine wissenschaftlichen Arbeiten über die „Egomorphose der Sprache“ (1925), das Manuskript seiner Dissertationsschrift und viele Dichtungen gingen gegen Kriegsende bei der Zerstörung Pforzheims verloren. Nach dem Krieg arbeitete Witzenmann zunächst in Stuttgart in anthroposophischen Zusammenhängen, als Leiter des Verlags Freies Geistesleben, Redaktor der Zeitschrift ‚Die Drei’ und als Dozent im ‚Freien Studienjahr’. Mit der Malerin Margarita Woloschin verband ihn eine nahe Freundschaft. Mit Beginn der fünfziger Jahre war Witzenmann wieder in der Firmenleitung des Pforzheimer Werkes (bis 1966) tätig. Er initiierte mit Dr. Ernst Schenkel die Tagung „Beiträge zur Weltlage“ und wurde 1963, auf Vorschlag Albert Steffens, in den Vorstand der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft berufen. Zunächst Leiter der Jugendsektion übernahm er 1965 auch die sozialwissenschaftliche Sektion. Als Anfang der siebziger Jahre Auseinandersetzungen innerhalb der anthroposophischen Gesellschaft seine Arbeit unmöglich machten verselbständigte Witzenmann diese Aufgaben mit der Gründung des „Seminar für freie Jugendarbeit“ in Dornach. Er intensivierte seine schriftstellerische Arbeit und sein öffentliches Auftreten für eine erkenntniswissenschaftlich fundierte Anthroposophie an verschiedenen Universitäten. Mit seinem Essaywerk ‚Intuition und Beobachtung’ und der Künstlermonographie für den mit ihm befreundeten Maler Beppe Assenza begann Witzenmann im Alter von 70 Jahren eine sich von Jahr zu Jahr steigernde schriftstellerische Tätigkeit. „Die Philosophie der Freiheit als Grundlage künstlerischen Schaffens“, „Goethes universalästhetischer Impuls“, die „Strukturphänomenologie“ und das posthum erschienene „Sinn und Sein“ sind die vielleicht bedeutendsten seiner insgesamt mehr als 20 Veröffentlichungen. Herbert Witzenmann starb am 24. September 1988 in Heidelberg.
Der Gideon Spicker Verlag (Gideon Spicker war das Vorbild der Strader-Gestalt in den Mysteriendramen Rudolf Steiners) wurde von Henriette Jaquet unter der Mitwirkung von Herbert Witzenmann in Genf 1972 gegründet. Zu seinen ersten Veröffentlichungen gehörten von Herbert Witzenmann: Die Tugenden (1973) und Vererbung und Wiederverkörperung des Geistes (1974). Der Verlag sollte in erster Linie die als Hochschulschriften angesehenen Werke von Herbert Witzenmann herausgeben. Von 1979/1980 an wurde der Verlag in Zusammenarbeit mit Herbert Witzenmann von Arlesheim, später Dornach aus geführt. Leiter und enge Mitarbeiter waren Udo Herrmannstorfer, Ernst Reinl, Reto Andrea Savoldelli, Torodd Lien und Albert Niedermeier. Bis zu Witzenmanns Tod im September 1988 erschienen seitdem die meisten Werke in diesem, einige aber auch im Verlag Freies Geistesleben. Als dieser später die Vertretung der Werke Witzenmanns einstellte, übernahm der Gideon Spicker Verlag die betreffenden Werke und vorhandenen Restbestände in sein Programm (Intuition und Beobachtung, Die Voraussetzungslosigkeit der Anthroposophie und Sinn und Sein). Der Verlag wurde dann für einige Jahre von Krefeld aus durch Julian Roffhack geführt und wechselte später wieder nach Dornach unter die Leitung von Rosemarie Rist. Nach dem Tod Witzenmanns erschienen in ihm alle von der Herbert Witzenmann Stiftung herausgegebenen Schriften. Nach einer Biographie über den mit Herbert Witzenmann befreundeten Maler Beppe Assenza und einer zweibändigen Biographie über Herbert Witzenmann setzt der Verlag in den kommenden Jahren seine Veröffentlichungen aus Witzenmanns nachgelassenen Werken, besonders aus seinen Vorträgen, fort.
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Hersteller Informationen
Gideon Spicker Verlaghttps://www.gideonspickerverlag.ch